Studie: Der digitale Praxisalltag von Ärzten

Informationsverhalten der Ärzte: Neue Studie belegt große Bedeutung der Arztsoftware

München, 25.09.2018. Der digitale Wandel hat den Arbeitsalltag von Medizinern in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Eine wichtige Rolle spielt darin die tägliche Informationssuche, bei der das Thema 'Medikation' im Vordergrund steht. Dabei nutzen niedergelassene Ärzte in erster Linie digitale Kanäle, um sich über Präparate und deren Verordnung zu informieren. Dies sind Ergebnisse der aktuellen intermedix-Studie „Der digitale Praxisalltag von Ärzten“, für die mehr als 800 niedergelassene Ärzte befragt wurden.

Mit Abstand an erster Stelle der Informationsquellen: Die Arzneimitteldatenbank, auf die Ärzte über ihr Arztinformationssystem (AIS) zugreifen können. Zwei von drei Medizinern nutzen diesen Kanal häufig, um sich über Präparate zu informieren. An zweiter Stelle stehen das Internet bzw. Suchmaschinen wie Google mit 39 Prozent häufiger Nutzung. Erst auf dem dritten Platz folgen Bücher, wie beispielsweise die „Rote Liste“ mit immerhin noch 30 Prozent. Den Ergebnissen zufolge steht die Suche nach medikationsbezogenen Themen wie etwa die geeignete Verordnung, mögliche Nebenwirkungen oder die optimale Dosierung im Mittelpunkt der alltäglichen Recherche.

Ärzte stehen bei der Suche nach den benötigten Informationen vor besonderen Herausforderungen. Allgemein bekannt ist der Zeitdruck, unter dem Mediziner bei der Behandlung von Patienten stehen. Hinzu kommt aber auch noch, dass trotz zunehmender Akzeptanz der Digitalisierung längst nicht alle Computer in den Arztpraxen mit dem Internet verbunden sind. Die Vernetzung ist aber in der Praxis angekommen. Inzwischen sind vier von fünf Ärzten auf allen Rechnern mit dem Internet verbunden. Dies zeigt auch das Informationsverhalten der Niedergelassenen: 78 Prozent der Informationssuche zu bestimmten Behandlungsfällen findet innerhalb der Praxis statt.

Ein detaillierter Blick in das Suchverhalten der niedergelassenen Mediziner gewährt Einblicke, die gerade für Pharmaunternehmen von großem Interesse sein dürften. So suchen vier von zehn Ärzten häufig oder sehr häufig nach alternativen Medikationen. Wenn sich Ärzte dann für eine Alternative entscheiden, steht ein „besseres Sicherheitsprofil“ im Ranking der relevanten Kriterien auf dem ersten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei folgen eine „innovativere Therapieform“ und das „Medikationsmanagement“. Am wenigsten relevant (Platz 7) ist die Präferenz für einen konkreten Anbieter.

Doch welche Informationen sind es genau, die Mediziner nutzen und die einen Einfluss auf das Verordnungsverhalten haben? Auch hierüber geben die Ergebnisse der intermedix-Studie Aufschluss: Für zwei von drei Ärzten haben Informationen zu preiswerten Alternativen besonders häufig Einfluss auf das Verordnungsverhalten. Auf Platz zwei folgen produktbezogene Informationen der Hersteller, die für knapp jeden zweiten Arzt häufig oder sehr häufig eine Rolle bei der Verordnung spielen.

„In Zeiten der Plattform-Ökonomie ist das Arztinformationssystem die zentrale Plattform für niedergelassene Ärzte. Entsprechend sollten Arzneimittelhersteller diesem wichtigen Umfeld ein besonderes Augenmerk schenken“, empfiehlt Christian Senger, General Manager bei intermedix. „Dazu gehört im ersten Schritt eine genaue Analyse des Verordnungsprozesses. Es gilt, den Ärzten im entscheidenden Moment der Informationssuche unbedingt Mehrwerte zu liefern und ihnen so den ohnehin komplexen Praxisalltag zu erleichtern.“

Christian Senger
General Manager, intermedix Deutschland GmbH

Je relevanter die produktbezogenen Informationen der Hersteller sind, desto größer ist deren Mehrwert. Als besonders hilfreich bewerten Ärzte Informationen zu Indikationserweiterungen (64 Prozent), gefolgt von Begründungsunterstützung bei der Verordnung (60 Prozent) und der Erstattungsfähigkeit von Präparaten (59 Prozent). Außerdem wünschen sich niedergelassene Mediziner häufig Aufklärung zu neuen Therapieformen (58 Prozent) und neu zugelassenen Wirkstoffen (57 Prozent).

Der Studienband kann hier kostenlos heruntergeladen werden .

Über die Studie „Der digitale Praxisalltag von Ärzten“:

Für die Studie „Der digitale Praxisalltag von Ärzten“ wurden vom 15. Juli bis 31. August 2018 834 niedergelassene Ärzte in Deutschland befragt. Um ein möglichst genaues Bild zu erhalten, erfolgte die Befragung in Teilen online und telefonisch. Die Strichprobe besteht zu rund einem Drittel aus Allgemeinmedizinern und zu rund zwei Dritteln aus Fachärzten, die entspricht der realen Verteilung der Arztgruppen gemäß Angaben der KBV.